Freifunk-Installation am Bahnhof Blankenheim-Wald

Freifunk-Installation am Bahnhof Blankenheim-Wald seit 33 Tagen in Betrieb

Etwa fünf Kilometer vom Zentralort Blankenheim entfernt – in einer Senke gelegen – befindet sich der Bahnhof Blankenheim-Wald. Aufgrund seiner geografischen Lage bestehen häufig große Schwierigkeiten beim Mobilfunk-Empfang, was in der Vergangenheit immer wieder dazu führte, dass ortsunkundige Anreisende am Bahnhaltepunkt „strandeten“ und keine Kommunikationsmöglichkeiten bestanden.

Zwar wird der Bahnhof aufgrund der durch die Flutkatastrophe im vergangenen Jahr verursachten Schäden an der Eifelstrecke (Köln – Trier) derzeit noch nicht angefahren, gleichwohl wird zur Not-Versorgung ein Schienenersatzverkehr aufrechterhalten. Zudem verkehren am Bahnhof Blankenheim-Wald touristische Busverkehre, wie der Wanderbus. Mit der Schaffung eines Freifunk-Hotspots am alten Bahnhofsgebäude wird den Reisenden nunmehr eine Möglichkeit geboten, frei und kostenlos das Internet zu nutzen.

Fertiggestellt wurde die Installation des Vereins „roots at eifel e. V.“ am 29. April 2022 und ist somit nunmehr seit 33 Tagen im erfolgreichen Testbetrieb. Einem regulären Betrieb der Freifunk-Knoten steht nun nichts mehr im Wege. Während des Testbetriebs wurde der Hotspot überaus rege genutzt. Es wurden innerhalb des Testzeitraums 229 GB (208 GB Download/21 GB Upload) transferiert. Insgesamt wurde das WLAN-Angebot von 4.215 Clients* (Teilnehmern) genutzt, was einem täglichen Durchschnitt von rund 128 Clients* entspricht. Das Maximum konnte am 13. Mai 2022 mit 176 Clients* gemessen werden. Wenn man bedenkt, dass nur Handys gezählt werden, die sich in das Freifunk-Netz einbuchten (per Hand oder weil sie bereits in andere Freifunk-Knoten eingebucht wurden), kann man davon ausgehen, dass wenn der Freifunk-Gedanke weitere Unterstützer findet, sich die Zahl noch mal deutlich erhöhen könnte.

Tägliche Nutzerzahlen - Freifunk-Hotspot - Bahnhof Blankenheimwald
tägliche Nutzerzahlen (Clients*) - Vergrößerung durch Klick auf die Grafik

Die Installation umfasst einen wiederaufbereiteten Mini-PC, der die Daten ver- und entschlüsselt und durch einen VPN-Tunnel über den vorhandenen DSL-Anschluss, der derzeit über eine Bandbreite von 16 Mbit/s im Down- und 2,4 Mbit/s im Upload verfügt, zu unserem Gateway-Server im Rechenzentrum überträgt. Im Außenbereich des alten Bahnhofgebäudes wurden insgesamt drei Sende-/Empfangseinheiten montiert. Zwei davon wurden mit einer Richtantenne versehen, um auch den Bahnsteig sowie den Vorplatz im 2,4 GHz und 5,0 GHz Band optimal auszuleuchten. Die dritte Einheit stellt eine Mesh-Verbindung (Vernetzung über Funk mit weiteren Einheiten) im 2,4 GHz Band zur Verfügung, die für zukünftige Erweiterungen des Freifunk-Netzes sowie für Freifunk-Interessierte zur Anbindung eigener Knoten genutzt werden kann. Zur Erhöhung der Ausfallsicherheit wurde eine USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) installiert, die Stromausfälle rund eine Stunde überbrücken kann und die Spannungsspitzen zum Schutz der elektronischen Komponenten filtert.

Finanziert wurde die Installation durch das Förderprogramm „Ausbau freier Bürgernetze“ des Landes NRW. Darüber hinaus wurde uns der wiederaufbereitete Mini-PC durch das Unternehmen „Frechener Gebäudereinigung Münch GmbH“ zur Verfügung gestellt. Die laufenden Kosten für den DSL-Anschluss werden durch die Gemeinde Blankenheim getragen.

Bei den Installationsarbeiten unterstützte uns der Bauhof der Gemeinde Blankenheim, durch den der bestückte Antennenhalter am Dach des Bahnhofgebäudes montiert und die Kabeldurchführung zum Netzwerkschrank vorgenommen wurde.

Allen, die uns bei der Umsetzung von diesem Projekt unterstützt und gefördert haben, ein herzliches Dankeschön!

* Die Anzahl der Clients wurde auf Tagesbasis betrachtet. D. h., wenn der selbe Client an unterschiedlichen Tagen im Freifunk-Hotspot am Bahnhof Blankenheim-Wald eingebucht war, wurde dieser an jedem dieser Tage als Nutzer gezählt.

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